BIENENWERKSTATT

BIENENWERKSTATT

August

 

Wir beginnen ein neues Bienenjahr.

------- 

Die Völker sind abgeschleudert und haben in der Regel bereits eine Varroabehandlung erhalten. Wir können also davon ausgehen dass die Spitze des Befalls mit Varroen sozusagen gekappt ist.

------- 

Eine Stoßbehandlung mit AS ist wohl noch die gängigste Methode. An „weicheren“ Alternativen rücken jedoch sowohl Tobee als auch der Varroakontroler (Wärmebehandlung der verdeckelten Brutwaben) langsam ins Blickfeld. Auch komplette Brutentnahme ist eine Alternative. Deshalb möchte ich das hier etwas näher beschreiben.

------- 

Brutentnahme

-------

 

Sie betrifft abgeschleuderte Altvölker die mit dieser Methode „verjüngt“ werden sollen. Man entledigt sich dabei nicht nur der Varroen in der verdeckelten Brut, sondern ebenfalls aller dunklen Waben an die sonst in diesem Jahr nur mehr schwer heranzukommen wäre.

------- 

Man belässt EINE sogenannte Fangwabe mit offener Brut in der Mitte des Volkes und ergänzt mit ausgeschleuderten Waben bzw. Mittelwänden. Mischen von Mittelwänden und Waben ist die Garantie für einen Fehlschlag. Es gilt hier entweder/oder !!!

------- 

Da uns aber am Ende der Saison meistens sehr viele schöne ausgeschleuderte Waben zu Verfügung stehen werden wohl in den meisten Fällen die zur Anwendung kommen. Außerdem können wir dabei schöne Futter – und Pollenwaben mitverwenden. Es ist jedenfalls darauf zu achten dass das Volk NIEMALS ohne Vorräte belassen wird. Bei der Verwendung von Mittelwänden ist also SOFORT im gleichen Arbeitsgang zu füttern.

------- 

Eine Methode von Einstein (Admin im www.bienenforum.at) möchte ich hier ebenfalls kurz einfügen, da sie sehr rasch durchführbar ist und damit die Räubereigefahr senkt.

------- 

Man stellt die Zarge mit ausgeschleuderten Waben auf den Boden, Brutwabenzarge darüber und gibt ein Tobee Tüchel drauf. Nach 10 Minuten ist der Großteil der Bienen samt Königin nach unten ausgewichen und jetzt kann man die Brutzarge abheben und die wenigen Bienen leicht dazufegen.

------- 

Bevor die abgekehrten Völker ihre Brut verdeckeln kann mit Milchsäure behandelt werden. Man rechnet pro bienenbesetzter Wabenseite mit 8ml 15%iger MS. Das kann man mit einem einfachen Zerstäuber für Blumen leicht durchführen. Vorher sollte man einmal in einem Messglas feststellen mit wievielen Pumpenstößen die 8 ml erreicht werden.

------- 

Alternativ zur MS kann auch Tobee brutlos verwendet werden. Das hat den weiteren Vorteil die Waben nicht einzeln besprühen zu müssen, da Tobee brutlos nur über den Bienensitz gesprüht wird. Also wieder viel schneller und daher schonender.

-------  

Da um diese Jahreszeit die Gefahr der Räuberei besteht ist es besser die Arbeit so spät am Abend wie möglich durchzuführen. Besonders auf großen Bienenständen würde ich da sehr vorsichtig sein. Kleine Stände sind hier im Vorteil.

-------

 

Für Ableger aus der vergangenen Saison ist das ja ohnehin kein Thema. Die sitzen bereits auf jungen Waben.

-------  

Ordnen der Völker

-------

 

Hier ist nur darauf zu achten schlecht ausgebautes Wabenmaterial gegen hellbraune Waben zu ersetzen, die meist reichlich zur Verfügung stehen. Sie werden den noch völlig Unbebrüteten von der Königin bevorzugt.

------- 

Was jetzt zählt ist der Zustand der Völker, denn sie sollen einen Winter überstehen und einen guten Start im kommenden Frühjahr hinlegen können. Wenn wir im Vormonat bereits auf entsprechende Futterreserven geachtet haben bleibt uns nur eine Ausgleichs – oder Ergänzungsfütterung. Nur wenn wir die Völker auf neuen Bau gesetzt haben ist eine komplette Auffütterung notwendig.

------- 

Windelkontrollen sind besonders bei Altvölkern ratsam, da es immer wieder einzelne Völker gibt die mit einem extremen Abfall überraschen. Bei Jungvölkern die ja einen Brutstopp gehabt haben wird der Abfall meist minimal sein. Es kommt einfach darauf an wie viele Brutzyklen das Volk in der Saison gehabt hat.

------- 

Vereinzelte geschädigte Bienen werden jetzt immer wieder beobachtet, aber wo die vermehrt auftreten wird die Windeldiagnose wohl einen starken Befall bestätigen und es ist sofort etwas zu unternehmen.

------- 

In diesem Monat kann immer noch Königinnenzucht betrieben werden wenn wir für ausreichend Drohnen gesorgt haben. Dazu ist es unerlässlich einige weisellose Völker am Stand zu belassen.

------- 

Besonders wenn wir Begattungskästchen aufgestellt haben die jetzt zumeist voll mit Bienen sind ist es einfach die neu zu beweiseln. Es zeigt sich jedes Jahr dass im Spätsommer oft hektisch Königinnen gesucht werden, da immer etwas passieren kann. Da ist so eine kleine Reserve ein Segen.

------- 

Wir setzen Jungköniginnen ganz einfach in den Kästchen zu ohne Käfig oder Sperre – nur mit einem Löffel (eigenen) Honig.

-------  

Die Frage ob Ein -, oder Zweiraumüberwinterung hängt weitgehendst vom verwendeten Rahmenmaß ab. Aber wenn wir schöne junge Waben besitzen ist es meist sinnvoller die von den Bienen betreuen zu lassen als sie umständlich aufzuheben. Für die Überwinterung selbst würde eine Zander oder zwei Flachzargen ausreichen.

------- 

Wintereinfütterung

-------

 

Ein Teil unserer Völker braucht nicht aufgefüttert zu werden. Ich belasse starken Völker den ganzen benötigten Vorrat aus eigenen Reserven.

-------  

Anders sieht es bei Jungvölkern aus die einen völlig anderen Zyklus haben. Sie sind noch immer in einem Aufwärtstrend und haben unzureichende Reserven. Es gibt verschiedene Systeme zur Auffütterung. Am aufwendigsten ist wohl die Futterzarge. Hier kann bienenfrei nachgefüttert werden. Das geht schnell und mindert die Gefahr einer Räuberei.

 

Futterzarge 

Die Futtertasche welche seitlich an Stelle von zwei Rähmchen eingehängt wird ist ebenfalls eine gute Alternative da sie im warmen Kern des Volkes gut abgenommen wird. Allerdings sind eben dafür zwei Waben zu entnehmen. Das sollte schnell und nur in den Abendstunden erledigt werden. Als Schwimmer verwenden wir Holzleisten oder alternativ, passende Forexplatten in die einige Löcher gebohrt wurden. Sie sind leicht zu reingen und es ist auch kein Malheur wenn sie in der Futtertasche verbleiben. (zum Unterschied von Stroh oder Holzwolle)

 

Futtertasche mit Schwimmer

Info: www.bienenforum.at/

Prinzipiell wird die Futtertasche nach der Auffütterung wieder entnommen und mit Waben aufgefüllt.

 

Futtertasche in einem Ableger 

*

Bei Zweiraumüberwinterung kann man sie aber auch belassen.

 

 

einfache Futterlade in einer Leerzarge

-------

Eine Einengung des Flugloches ist ebenfalls sinnvoll, denn besonders bei Honigfütterung ist die Raubgefahr sehr groß.

zügige Futterabnahme

------- 

Der Futtervorrat sollte bis Ende des Monats vollständig ergänzt sein. Natürlich kann im Notfall auch noch im September gefüttert werden, allerdings besteht da die Gefahr dass bereits Winterbienen an der Arbeit beteiligt werden und das erschöpft natürlich ihre wertvolle Langlebigkeit.

------- 

Umweiseln sollte jetzt mit kompletten Ablegern erfolgen. Weisellose Völker kommen immer mal vor, sei es dass noch eine alte Königin im Stock war oder die Bienen versuchen noch umzuweiseln weil ihnen die Königin nicht gefällt. Es passiert nicht oft, kommt aber vor.

-------  

Ist kein Ableger verfügbar so wird jetzt der Käfig in einer Leerzarge (oder hohem Deckel wenn möglich) oben drauf gelegt, damit möglichst viele Bienen Kontakt nehmen können. Gleichzeitig erfolgt eine Futtergabe, ebenso in der Leerzarge. Das erleichtert die Annahme.

------- 

Alle Maßnahmen früherer Monate wie Aufsteckgitter oder Wohlgemutkäfig werden jetzt unterlassen, da das Brutnest nicht mehr geöffnet oder verändert wird. Gegen Ende des Monats muss sich auch der Imker an die kommende Winterruhe gewöhnen und sich darauf einstellen.

------- 

Schwache Völker können noch zusammengelegt werden wobei auf die Königin keine Rücksicht genommen wird. Das können die Bienen viel besser beurteilen.

------- 

Die Arbeit an den Bienen ist mit Ausklang des Monats auf ein Minimum geschrumpft und große Versäumnisse vergangener Monate sind jetzt nicht mehr auszugleichen.

 

Und damit verabschiede ich mich wieder

bis zum nächsten Monat

 Heinz Strohmer  

Lager von Futtertaschen  

in einer Großimkerei