BIENENWERKSTATT

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Zuchtkalender und auflösen der Begattungskästchen

An dieser Stelle werden wir eine der im heurigen Jahr erfolgten Zuchtschritte dokumentieren.

Wir züchten natürlich in mehreren Etappen da wir uns nicht auf nur eine Zuchtkönigin verlassen.

Als letzte Zuchtserie der Saison verwenden wir Zuchtstoff von einer bereits heuer begatteten Serie wo Vatervölker und Mutterlinien übereinstimmen. Also 2 Generationen aus demselben Jahr zur Festigung der Eigenschaften. Diese werden dann in der Folge wieder einer Auslese unterzogen. 

 

Wir wollen es als Anregung verstanden wissen ähnlich dem Monatsratgeber in der Bienenzeitung (Bienen aktuell) nur eben fokussiert auf die Zucht. Wir arbeiten mit dem bewährten Umlarven. Wer nur wenige Königinnen benötigt, kann es mit Bogenschnitt im ähnlichen Rythmus versuchen. Auch die Verwertung von Weiselzellen ist eine sinnvolle Verbesserung, allerdings nur dann wenn das Zuchtmaterial von geeigneten, klimatisch angepassten Königinnen oder Reinzuchtköniginnen stammt.

Wir arbeiten mit dem Stamm Sklenar der sich bei uns hinsichtlich Sanftmut und Leistung  sehr bewährt hat. Aber diese Entscheidung bleibt Jedem natürlich selbst überlassen. Es ist aber empfehlenswert, besonders bei kleineren Bienenständen nur eine Bienenabstammung  zu halten, im Idealfall sogar in Absprache mit Nachbarimkern. Denn "Drohnen - Mischmasch" in der Luft verbessert die Standbegattung ja bekanntlich nicht. 

 

Bild: genetischer "Mischmasch"

Enstprechend des genetischen Fremdeinfusses sind ein gewisser Prozentsatz der Bienen äusserlich erkennbar nicht im Carnicastandard.

Bild: nur ein kleiner Prozentsatz zeigt die Abweichung.

Es kann sein, dass im Jahr darauf keine solchen Bienen mehr zu sehen sind - dennoch scheidet die Königin von der Zucht aus.

 

 Bild: der deutlich erkennbare Unterschied.

Die Drohnen vererben in einer F1 Generation diese Eigenschaft nicht.

 

Bild: sie scheinen im Gesamtbild unterzugehen.

 Auch die Königin dieser Arbeitsbienen liefert reinrassige Drohnen sofern ihre Mutter eine Reinzuchtkönigin war.

Als Wirtschaftskönigin kann sie erste Klasse sein - aber von einer Nachzucht ist dringend abzuraten.

 

Bereits im März haben unsere Völker einen leeren Drohnenrahmen (mit Vorbau -  bzw. Zellenstreifen) erhalten.

Die späteren verdeckelten Drohnenwaben der besten Völker werden dann auf andere verteilt und deren Drohnen ausgeschnitten. Das ist die allererste Verbesserung über das Drohnenmaterial.

 

13.April - einige Völker wurden entweiselt und eng gehalten. Sie haben viel schlüpfende Brut und werden in den nächsten Tagen noch stärker werden. Sie bekommen auch die ersten bereits vorhandenen verdeckelten Drohnenwaben. Sie sind die Anbrüter der folgenden Zuchtserie.

 

Auf Grund des anhaltenden Schönwetters sind die Völker in ihrer Entwicklung um 10 - 14 Tage voraus. Die Zucht kann heuer also auch früher beginnen als sonst. Es hängt alles von den ersten Drohnen ab. Sklenar hat viel von Spätzuchten gehalten um seine eigenen Drohnen die er so lange es ging zu erhalten versuchte, zum Zug kommen zu lassen. Aber er hatte damals auch noch keine Varroa. In manchen Jahren funktionieren die Frühzuchten auch so gut.

 

Bild: gegossene Weiselnäpfchen - eingelötet in Zuchtpfropfen 

22.April - mit Sklenar G10 -  belarvte Zuchtrahmen in die weisellosen Startervölker eingehängt.

 

23.April - die angenommenen Weiselzellen kommen in den HR eines weiselrichtigen Volkes zur Weiterpflege.( offene Brut ist im HR) 

 

Bild: zweiter Tag nach dem belarven 

Alternativ könnte wie erwähnt auch eine Zuchtwabe mit Bogenschnitt aus einem Nachzuchtwürdigen Volk gegeben werden. Es ist dabei nicht notwendig einen Schnitt über die ganze Wabenbreite durchzuführen wenn man nur einige Weiselzellen wünscht. So bleibt auch der Verlust einer guten Brutwabe minimal. Dieser Einwand wird ja gelegentlich gegen den Bogenschnitt vorgebracht.

 

Bild: fertig verdeckelte Weiselzellen (auf konkav gedrechselten Holzpfropfen) 

27. April - die Weiselzellen werden in die Käfige verschult und kommen mit dem Hürdenrahmen wieder bis zum schlüpfen in das Volk zurück.

 

Bild: Hürdenrahmen 

Wir haben die Käfige einfach auf Leisten - so sind sie einfacher zu handhaben.

 

 

 Bild: Königinnen zeichnen

Unter dem Glas haben die Zeichenplättchen Zeit um genügend anzutrocknen.

Bild: eben gezeichnete Königin

Das Zeichenplättchen sollte am Rand des kleinen Rückenwulstes gut aufsitzen. Die Königin erfährt dadurch keine Beeinträchtigung - auch nicht beim Hochzeitsflug.

Bild: EWK zweiter Tag nach dem Befüllen (Königin ist munter und im Bild auch zu sehen)

Wenn die Königin angenommen wurde, beginnen die Bienen sofort mit dem Wabenbau. Die Kästchen werden erst nach 4-5 Tagen Dunkelhaft aufgestellt und eine schöne kleine Wabe muss fertig sein.

 5.Mai - verschulen in Begattungskästchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Film: junge, gezeichnete Königinnen werden in die mit Bienen besetzten EWK´s (Einwabenkästchen) einlaufen lassen.

 

 10.Mai - aufstellen am Begattungsstandort (Belegstelle)

Diese erste "Vorserie" der weitere Serien folgen werden - kommen in Apidea - Kästchen. Die Nachfolgenden in EWK´s.

 

Ein Teil auf die Sklenar Belegstelle Hirschgrund

 

Bild: Gedenkstein auf der Belegstelle 

-  und die Standbegattungen auf zwei verschiedene Plätze wo aber ebenfalls geeignete Vatervölker für genügend Drohnen aufgestellt sind.

 

- kurze Zusammenfassung -

TERMINE - ausgehend vom umlarven

 

Umlarven: 

wichtig sind junge Maden von einem ausgesuchten, nachzuchtwürdigen Volk. 

Startervolk:

ein weiselloses Volk - mit vielen Jungbienen.

Pflegevolk:

ein weiselrichtiges Volk - WZ kommen in den HR welcher aber offene Brut haben soll.

 

Hürdenrahmen:

hier ist nur mehr die Wärme - und Feuchtigkeitsregulierung wichtig. Kann im Pflegevolk sein oder auch ein anderes falls man letzteres für eine weitere Serie braucht.

 

Begattungskästchen:

egal ob Ein - oder Mehrwabenkästchen. Nach erstellen und einlaufen der Königin - 4-5 Tg ruhige dunkle Aufstellung.

Auch sowas passiert mal.

 

 Einfach mal etwas zum Lachen

Das passiert wenn man einmal einen Zuchtrahmen in einem Volk für fast eine Woche vergessen hat.

Interessant ist auch die Antwort die dieses Bild auf die manchmal gestellte Frage gibt - ob von Natur aus die Zellen auf der Spitze stehen oder mit der flachen Seite.

Die Antwort zeigt der Wildbau.

SPÄTSOMMER

Die Königinnen wurden aus den Kästchen entnommen. Die eine früher die andere später. Die Kästchen sind weisellos aber meist recht stark. Bei manchen droht vielleicht schon Drohnenbrütigkeit. Sie werden also aufgelassen für das heurige Jahr.

ABER WIE?

hier im Film eine der Möglichkeiten!

 

Film:Verwerten der Begattungskästchen für Ableger

Die beiden im Film gezeigten Ableger haben je eine Futterteigtasche und 5 Waben.

Der erste Nr.15 - ist etwas stärker und der Eintrag ist schon ganz gut. Er ist zu zwei drittel ein Selbstversorger. Der Zweite - Nr.10 muss etwas aufgepäppelt werden - er ist deutlich schwächer. Aber die Brut ist bei beiden sehr schön. Beide haben noch eine RZ - Königin bekommen. Nr.15 eine G10 und Nr.10 eine H47

Beide stammen aber ausschließlich ab von den abgefegten Bienen der EWK`s.

Diese EWK´s waren NICHT auf diesem Stand aufgestellt. Andernfalls hätten wir einen Normalen Kunstschwarm mit 2 Tagen Kellerhaft gemacht.