Imkerthing in Schwechat
Am 11. Jänner 2012 fand am Bienenhof Mandl in Schwechat eine Versammlung von Imkern und Bauern nach Vorbild ihrer Vorfahren statt.
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Die Thingteilnehmer standen auf und trugen in freier Rede ihre Probleme und Sorgen vor. Das Hauptthema war der intensive Pestizideinsatz und die Auswirkungen auf Mensch und Biene.
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Zu den besprochenen Dingen der über 200 Bauern und Imkern gehörten die möglichen Ursachen des Bienensterbens, ihre eigenen Erfahrungen mit diesem Phänomen, die diesbezüglichen Untersuchungsergebnisse und ihre Auswertungen, sowie die mit dem Bienensterben verbundenen Probleme erstens für die Bienen aber letztendlich für den Menschen.
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Am Beginn der Versammlung wurde der Thingfriede ausgerufen: kein Redner durfte wegen seiner Worte von den anderen angegriffen werden, Streit war verboten. So war es möglich mehrere Stunden lang im großen Rahmen zu diskutieren und am Ende Beschlüsse zu fassen.
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Ein wichtiges Thema waren die Folgen der Bodenbelastung durch das jahrelange Anwenden von Pestiziden und die damit verbundenen Giftrückstände in den Nahrungsmitteln.
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Einige Redner zeigten sich sehr besorgt, dass solche Giftrückstände auch im Blut von Kindern bei uns nachgewiesen wurden.
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Beachtung fand die Feststellungen einiger Imker, dass Gifte an Bienen festgestellt wurden, obwohl diese Mittel nicht mehr in Gebrauch waren; eine der Ursachen dürften die Pestizidablagerungen im Boden sein.
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Probleme mit der Varroa-milbe, die nach wie vor den Bienenvölkern zu schaffen macht, wurden auch angesprochen.
Nach mehrstündiger Diskussion wurden folgende Dinge mit deutlicher Mehrheit beschlossen:
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Wir fordern:
1. Das Recht auf pestizidfreie Lebensmittel
2. Unabhängige, bedarfsorientierte Forschung
3. Förderung des Ökolandbaus
4. Schutz der Bienen für die Zukunft unserer Kinder
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Diese Forderungen wurden im Thingbuch niedergeschrieben und die zustimmende Mehrheit hat sich mit ihrer Unterschrift dazu bekannt. Dieses Dokument ist öffentlich und Abschriften davon sind für jedermann einzusehen.
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Zur Erklärung des "Thing" hier der Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Thing
Burgenland ORF berichtete darüber
Kongress zum Thema Bienensterben
Bei einem Imkertreffen Donnerstagabend in Schwechat haben Experten bestätigt, dass in den vergangenen Monaten bundesweit Tausende Bienenvölker verendeten. Wie berichtet, sind auch Bienenvölker in Teilen des Südburgenlandes davon betroffen.
Das Bienensterben brennt dem Imkern unter den Nägeln. Dementsprechend groß war auch der Ansturm betroffener Imkern bei der Info-Veranstaltung in Schwechat. Weit über 200 Imker waren gekommen, darunter auch viele aus dem Burgenland.
Pestizid-Einsatz in Nahrungsmittelproduktion
Hauptreferent war der Leiter der Bienenforschung an der BOKU Wien, Stefan Mandl. Er glaubt die Ursache für das dramatische Bienensterben zu kennen: „Einer der Hauptgründe ist der Pestizid-Einsatz in der Nahrungsmittelproduktion, der das Immunsystem der Bienen schwächt. Dadurch haben viele Krankheiten die Chance, ganze Bienenvölker zu töten. Und es kann zu vielen bakteriellen Erkrankungen kommen.“
Österreich zu gefährlich für die Bienen
Die Imker in den Ackerbaugebieten wollen daraus die Konsequenzen ziehen, sagt Ingolf Hofmann, Imker in Limbach: „Einige haben ganz klar gesagt, dass sie die Ackerbauregionen Österreichs verlassen werden. Dort ist guten Gewissens Imkerei derzeit zu gefährlich für die Bienen.“
Resolution beschlossen
Damit dem Bienensterben Einhalt geboten wird, haben die Imker in Schwechat eine Resolution beschlossen, sagt Bienenforscher Mandl. Im Burgenland gab es im Vorjahr noch 10.000 Bienenvölker, wieviele dem Bienensterben bereits zum Opfer gefallen sind, wird man erst im Frühjahr genau feststellen können.
