BIENENWERKSTATT

BIENENWERKSTATT

Apitherapie in der Medizin

Am 19. April 2008 wurde in Ansfelden bei Linz die "Österreichische Gesellschaft für Apitherapie" gegründet und in der Folge als Verein bei der Vereinsbehörde angemeldet.

 

Warnung und Haftungsausschluss 

Bienenprodukte können im Einzelfall allergische Reaktionen verursachen. Insbesondere Bienengift kann Asthma und/oder lebensgefährliche allergische Reaktionen auslösen. Die auf dieser Webseite vermittelten Informationen dienen ausschließlich zu Lehrzwecken. Sie dürfen nicht zur Eigendiagnose oder zur Eigenmedikation verwendet werden. Suchen Sie in jedem Fall den Rat eines zugelassenen Arztes, der eine qualifizierte Diagnose stellen und Behandlungsempfehlungen treffen kann.

 

1. Österreichische Apitherapie-Tagung
Wien, 7.2.2009

 

 

 

                              Bild oben: Dr.med.Stefan Stangaciu 

Kurzzusammenfassungen der Vorträge

Apitherapie: Geschichte, Aktualität, Zukunft

 

  Dr. med. Stefan Stangaciu (Rumänien), Arzt für Allgemeinmedizin,

Präsident des deutschen Apitherapie Bundes und der Rumänischen Gesellschaft für Apitherapie,

Autor von Sanft heilen mit Bienenprodukten (Haug Verlag, DE).

 

Apitherapie gilt als die älteste Medizin. Archäologische und historische Belege zeigen, dass der Mensch seit über 6.000 Jahren Bienenprodukte nicht nur als Nahrungsmittel sondern auch als Heilmittel verwendet. Besonders Honig zur Wundheilung, Propolis als natürliches Antibiotikum aber auch Bienenstiche als älteste Form der "Bio-Akupunktur" oder als „Injektionskuren" sind uralte apitherapeutische Anwendungen.

 

Die heilende Wirkung von Bienenprodukten wurde auf der ganzen Welt, bei allen Zivilisationen, die Bienen hatten (wild oder domestiziert), genutzt.

 

Heute gibt es die Apitherapie als wissenschaftlich fundierte Sparte der Medizin. Unzählige Studien, die in Laboratorien und Kliniken in der ganzen Welt durchgeführt werden, haben die medizinische Wirkung von Bienenprodukten zum Inhalt. In fast allen medizinischen Disziplinen (insbesondere, Kardiologie, Neurologie, Chirurgie, Dermatologie, Rheumatologie, Gynäkologie u.a.) kommen Bienenprodukte komplementär zur Vorbeugung oder als Heilmitteln zum Einsatz.

 

In den letzten Jahren, sieht sich die Humanmedizin, so wie auch die Landwirtschaft, zunehmend mit dem Problem der Resistenzbildung von Bakterien gegenüber chemischen Antibiotika konfrontiert. Zahlreiche Menschen sterben, auch in hoch modernen Krankenhäusern, wegen dieser Problematik. Die Bienenprodukte wirken gegen Bakterien, Pilze und Viren durch eine „intelligente“ Strategie, die auf mehreren Prinzipen beruht:

  • variable Zusammensetzung

  • gleichzeitig wirken mehrere antibakterielle Substanzen mit sehr unterschiedlichen Wirkmechanismen

  • direkte und indirekte Unterstützung des Immunsystems und aller anderen inneren Organe und Systeme.

Die natürliche „Intelligenz“ der Bienenprodukte scheint hier in vielen Fällen manchen Pharmazeutika überlegen zu sein.

 

Es ist abzusehen, dass die Apitherapie wie viele andere Methoden der Komplementärmedizin auch in Zukunft eine Renaissance erleben wird, wegen ihrer schonenden Wirksamkeit aber besonders auch, in wirtschaftlich angespannten Zeiten und Regionen der Erde, als kostengünstige Alternative.

 

In Zeiten einer globalen Vernetzung über Internet, Medline, etc. wird es für die Entwicklung der Apitherapie eine der wesentlichen zukünftigen Aufgaben sein, das über die ganze Welt verstreute Wissen (Erfahrungswissen, traditionelle Anwendungen, wissenschaftliche Studien, etc.) zu sammeln, auszuwerten und darauf aufbauend, neue klinische Studien zur weiteren Entwicklung der Apitherapie durchzuführen.

 

Es ist die Zeit gekommen, dass wir heute besser verstehen und wissenschaftlich erklären können, warum Imker gesünder und länger leben als andere Menschen.

Bild oben: Dr. Stefan Bogdanov 

 

Bienenprodukte in Gesundheit und Ernährung 

 

  Dr. Stefan Bogdanov, Bee Product Science, 3127 Mühlethurnen, Schweiz.

Bienenprodukte werden seit Jahrtausenden in der traditionellen Medizin verwendet. In den entwickelten Staaten haben sie in der Medizin an Bedeutung weitgehend verloren. Sie werden heute in erster Linie in Entwicklungsländern und als Hausmittel in der Naturheilkunde gebraucht. Honig gilt in Österreich rechtlich als Lebensmittel; Pollen, Propolis und Gelée Royale sind als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft. Die Bienenprodukte besitzen funktionelle Eigenschaften und können als Functional Food bezeichnet werden.  

 

Die biologischen Eigenschaften und die Anwendungen in der Medizin sind im Folgenden zusammengefasst. Mit Ausnahme des Bienengifts gibt es fast keine Nebenwirkungen und nur sehr selten Allergien.  

Hauptanwendungen in der Medizin:

Honig: bei Wunden, Verbrennungen, Schleimhautentzündungen, Verdauungsstörungen (Geschwüre, Gastritis, Diarrhöe), Hepatitis, Honig vermindert das Risiko von Herzkreislauferkrankungen

Pollen: gegen Prostatitis, Heuschnupfen, Gastritis, Anämie.

Gelée Royale: bei Hypercholesterinämie, gegen niederen und hohen Bluttdruck, cerebrale Insuffizienz, Menopause, Diabetes, männliche Infertilität, Pädiatrie, Geriatrie.

Propolis: bei Wunden und kleinere Verbrennungen und in der Zahnheilkunde; daneben in de Pädiatrie, Gastrtis, Radikulitis, Tuberkulose, Psoriasis, bei Entzündungen von Magen und Zwölffingerdarm.

Bienengift: Rheuma-Arthritis, multiple Sklerose, Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems, Hexenschuss, Neuralgien, Radikulitis, Polyneuritis und Ohrenentzündungen.  

Biologische und pharmakolgische Eigenschaften

Honig: antibakterial, fungizid, antiviral, antioxidativ, probiotisch, anti-enzündend, anti-karzinogen

Pollen: antibakterial, fungizid, antioxidativ immuno-modulierend radio-protektiv, anti-anaemia, atherosclerosis, anti-diarrhoea, anti-osteoporosis.

Gellée Royale: antibakterial, fungizid, antiviral, antioxidativ, bio-stimulierend, immuno-modulierend, radio-protektiv, anti-kanzerogen, anti-fatigue, anti-stress, anti-hypoxia, anti-entzündend, anti-hypertenisiv, anti-hypotensiv, vasodilatativ, anti-atherosclerosis, kardio-protektiv, tranquilisierend, Zentral Nerven System-schützend, anti-osteoporosis

Propolis: antibakterial, fungizid, antiviral, antioxidativ, antiparasitisch, immuno-modulierend, anti-entzündend, analgetisch, hepatoprotektiv, anti-kanzerogen, local anesthetisch, spasmolytisch, schmerzlindernd, hepatodetoxifizierend, hepatoprotektiv, anti-koagulanz

Bienengift: antibakteriell, immuno-modulierend, immuno-supressiv, analgetisch, radioprotektiv, anti-kanzerogen, beschleunigt Herzrhythmus und Blutzirkulation, blutdrucksendend, anti-entzündend, analgesisch, hepatoprotectiv, lokal anesthetisch, schmerz-lindernd, spasmolytisch, hepatodetoxifizierend, hepatoprotektiv, anti-koagulanz, anti-koagulanz, blutdruck- und cholesterin-sendkend, anti-ätherosklertisch, haemoglobin-erhöhend, anti-arrhytmisch, beinflusst immuno aktive Bluttzellen und Hormonspiegel. Mögliche Nebenwirkungen: Entzündung, Allergie, zytotoxischer Effekt, Haemolyse  

 

Bild oben: Dr. Andreas Daugsch

Propolis: neue wissenschaftlich Erkenntnisse

Biologische Therapie mit Grüner Propolis als Nahrungsergänzungsmittel in der Krebstherapie. 

  Dr. Andreas Daugsch, (Brasilien, Deutschland, Hongkong), Lebensmittelchemiker, Post-Doc an der staatlichen Universität von Campinas-SP (Brasilien). 

 Die brasilianische Honigbiene produziert Grüne Propolis aus dem harzigen Überzug der Blattknospen der Alecrim-Pflanze, um den Bienenstock frei von Krankheiten zu halten. Aus diesem Grund wird Propolis auch als das externe Immunsystem der Biene bezeichnet. Es ist wichtig zu wissen, dass es viele unterschiedliche Arten von Propolis gibt. Dunkelbraun, Grün und Rot sind nur einige wenige Färbungen, die es weltweit gibt. Grüne Propolis wird exklusiv in Brasilien gewonnen. Eingesetzt wird sie zur Stärkung der Abwehrkräfte, zur Reduzierung der Toxizität von Umweltgiften wie Dioxinen und Pestiziden, zur Entgiftung von Schwermetallen und zur Bekämpfung von Bakterien, Pilzen und Viren wie dem Influenzavirus, der beim Menschen für ganz Grippeerkrankungen verantwortlich ist.  

Interessanter Weise, erkrankt durchschnittlich jeder dritte bis vierte Mensch an Krebs während seiner Lebenszeit, während es unter Imkern anders aussieht (nur einer von 3000 Imkern erkrankt an Krebs während seiner Lebenszeit). Die Fragen an die Wissenschaftler drängen sich auf: „Was können wir von der über 100 Millionen Jahre alten Weisheit der Honigbiene lernen?“ und „könnte Propolis ein effektives natürliches Heilmittel gegen Krebs sein?“

Propolis ist seit vielen Jahren bekannt für seine Antikrebswirkung. Schon Hippokrates (460-377 v. Chr.) nutzte Propolis um verschiedene Krebserkrankungen zu behandeln. Heute haben wir die Methoden um zu verstehen, warum und wie Propolis so effektiv gegen den Krebs wirkt. Artepillin C wurde aus Grüner Propolis aus Brasilien extrahiert und erfolgreich in Japan für seine Antikrebswirkung patentiert. Grüne Propolis attackiert simultan die Krebszellen und mildert die sekundären Effekte von Krebs wie Entzündungen und Schmerz, während das Immunsystem gestärkt und Apoptose in Krebszellen induziert wird. Auf diese Weise werden synergistische Effekte erzeugt, die dem Körper helfen, sich selber zu helfen.  

Kürzlich wurde in einer Veröffentlichung über die Fähigkeit von Grüner Propolis berichtet, das PAK1 Signal selektiv zu blockieren. Dieses PAK1 Signal wird von 70% aller menschlichen Krebsarten für das , lässt aber die normalen Zellen unbeschädigt. Daher wurden bisher keine Nebenwirkungen wie Haarverlust oder Immunsuppression berichtet. Während die Chemotherapie nur effektiv bei schnell wachsenden Tumoren Wachstum benötigt. Bei NF Tumoren sind es sogar 100%, die PAK1 für Wachstum und Überleben benötigen. Die Bekämpfung von Krebs mittels Biologischer Signal Therapie attackiert nur die Krebszellenmit einem schnellen Metabolismus ist, wirkt Signaltherapie auch bei langsam wachsenden Tumoren, die anders nur schwer beim Menschen zu behandeln sind. Grüne Propolis blockiert selektiv das PAK1 Signal, das Krebszellen zum Wachstum brauchen ohne andere Enzyme, die der Körper zum ordentlichen Funktionieren benötigt, zu beeinträchtigen. Andere Krankheiten, die ebenfalls PAK1-abhängig sind, sind Epilepsie, Malaria, AIDS, Alzheimer, Arthritis und Asthma.

 

 

                        Bild oben: Dr.med.Peter Parvis Daryai 

 

Apitoxin – Bienengift in der praktischen Anwendung 

 Dr. med. Peter Daryai (Wien), Arzt für Allgemeinmedizin, Schmerztherapie, Not- und Flugrettungsarzt. 

Der Vortrag erläutert die Zusammensetzung von Apitoxin, seine Anwendungsweise und Applikationsmöglichkeiten. Es soll die Wirkungsweise des Apitoxins aufgezeigt und der Erfolg im Vergleich zur konventionellen Therapie mit Standardmedikation wie NSAR und Corticoiden erörtert werden.           

Anwendung von Apitoxin bei akuten Schmerzen der Knochen und des Gelenkssystems. Diese beinhalten Schmerzen die auf Grund von entzündlichen Veränderungen sowie Anwendung von Apitoxin bei chronischen Krankheitsverläufen des Knochen-Gelenkssystemes. In denen es durch eine anhaltende Verletzungen des Kapsel-Ligament Systems hervorgerufen werden, sowie Schmerzen muskulärer Natur unabhängig von der Genese. 

Anwendung von Apitoxin bei chronischen Kankheitsverläufen des Knochen - Gelenksystems in denen es durch eine anhaltende Schmerzsituation zu einer Reduzierung der Bewegungsfähigkeit und der Lebensqualität des Patienten kommt. 

Spezielles Augenmerk soll auf die weitläufigen Volkskrankheiten des rheumatischen Formenkreises gelegt werden, etwa Erkrankungen der Wirbelsäule und Arthrosen.  

Die Ergebnisse der Heilbehandlungen beruhen auf Verlaufsbeobachtungen und Erfahrungswerten, welche in Peru gesammelt wurden. Peru ist eines der Länder, in denen die Apitherapie weit verbreitet ist und intensiv ausgeübt wird.  

Basierend auf die Wirkungsweise von Apitoxin werden Anwendungen bei anderen chronischen Krankheitsverläufen mit entzündlicher Komponente erörtert.

 

 

Bild oben: Dr. med. Ulrich Müller 

 

Bienengiftallergie – Symptome und Behandlung 

 Prof. Dr. Ulrich Müller, FA für Innere Medizin und Allergologie und klinische Immunologie, Chefarzt an der Med. Klinik und Leiter der Allergiestation des Zieglerspitals (Bern) von 1981-2006. 

Epidemiologie und Symptome

Rund 3.5% der Menschen in Europa machen in ihrem Leben allergische Reaktionen auf Bienen- oder Wespenstiche durch. Diese können sich durch juckende Hautausschläge, Atembeschwerden oder gar durch Blutdruckabfall mit Bewusstlosigkeit – dem anaphylaktischen Schock äussern. Alljährlich sterben in Europa rund 200 Menschen an allergischen Reaktionen auf Bienen- oder Wespenstiche. Verantwortlich für diese Allergie sind spezifische IgE-antikörper gegen Eiweiße im Bienen- oder Wespengift, die sich durch Hauttests oder Blutuntersuchungen nachweisen lassen. 

 Behandlung

 Alle Patienten mit Insektengiftallergie müssen instruiert werden, wie sie weitere Stiche vermeiden können und sollten zusätzlich Notfallmedikamente zur Selbst-Behandlung – eine Adrenalinspritze sowie Antihistaminika- und Kortikosteroid-Tabletten – erhalten. Bei allen schwereren allergischen Reaktionen ist die spezifische Immuntherapie mit Insektengiften hoch wirksam. Dabei wird das verantwortliche Gift in steigenden Dosen bis zu 100 Mikrogramm (was etwa 2 Bienenstichen entspricht) unter die Haut gespritzt. Nach erreichen dieser Dosis muss der erzielte Schutz durch monatliche weitere Injektionen über 5 Jahre erhalten bleiben. 

 Bienenallergie bei Imkern

Fünfzehn bis 30% der Imker machen in ihrem Leben allergische Reaktionen auf Bienenstiche durch. Besonders gefährdet sind Imker, die weniger als 10 Stiche pro Jahr erhalten, während solche die mehr als 200 mal pro Jahr gestochen werden nie allergisch reagieren. Imker können aber durch Einatmen von Bienenallergenen bei der Arbeit im Bienenhaus auch einen allergischen Schnupfen oder gar ein allergisches Asthma entwickeln. Auch bei Imkern hat sich die Immuntherapie mit Bienengift bewährt, wobei allerdings eine höhere Erhaltungsdosis von 200 Mikrogramm (entsprechend  etwa 4 Bienenstichen) empfohlen wird, weil Imker nicht selten von mehr als einer Biene gleichzeitig gestochen werden.

 

Bild oben: Dr. med. Johann Puttinger

 

Wirkung von Honig auf das Immunsystem und die Gesundheit  

Dr. med Johann Puttinger (Uttendorf), Arzt für Allgemeinmedizin, Akupunktur und Umweltmedizin  

 

In einer österreichischen Ernährungsstudie wurde die Wirkung von Honig auf das Immunsystem, das Gewicht, das Essverhalten und auf das Wohlbefinden des Menschen getestet. Die Probanden (50 Erwachsene) bekamen für ihre tägliche Ernährung keine Einschränkungen oder Vorgaben. Die einzige Bedingung war, dass über einen Zeitraum von acht Wochen täglich mindesten 2 Esslöffel Honig (50g) gegessen wurden.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Einnahme von mindesten zwei Esslöffeln Honig am Tag zu einer deutlichen Absenkung der Belastung mit freien Radikalen und zu einer Verbesserung des Immunstatus führt. Darüber hinaus verringerte Honig den Appetit auf Süßigkeiten und ermöglichte bei 46% der Probanden eine Gewichtsabnahme ohne Diät. Positive Wirkungen hatte Honig auch auf verschiedene Befindlichkeiten wie Schlafverhalten, Leistungsfähigkeit, Verdauung, Häufigkeit von Kopfschmerzen und Muskelkrämpfen. Auf Cholesterin-, Triglycerid-, Harnsäure- und Ferritin-Werte im Blut hatte Honig keinen Einfluss.

 

Bid oben: Dr.med. Matthias Holeiter 

 

Moderne Wundbehandlung – mit Honig – in der Hausarztpraxis  

Dr. Matthias Holeiter, Arzt für Allgemeinmedizin, Adelboden, Schweiz

Anhand von Beispielen wird ein praktischer Überblick gegeben über eine moderne Wundbehandlung in der Hausarztpraxis – inklusive der Behandlung mit Honig und deren Stellenwert.

  

Oberflächliche Schürfungen, speziell im Gesicht, behandeln wir normalerweise mit einem nicht brennenden und nicht färbenden Desinfektionsmittel auf der Basis von Octenidin-dihydrochlorid (Octenisept®). Anschliessend lassen wir die Wunde abtrocknen. In speziellen Situationen, insbesondere für Liebhaber wie Bienenzüchter und überzeugte Anhänger der Naturmedizin, kann auch Propolis verwendet werden, sowohl zum Desinfizieren als auch zur Abtrocknung. Die antimikrobiellen Eigenschaften sind ja bestens erwiesen. Achtung allerdings bei Allergikern.

Sehr ausgedehnte oder tiefe Wunden hospitalisieren wir meist für die erste Zeit. Kleinere frische Verletzungen werden natürlich lege artis versorgt entweder mit einer Naht oder mit Steri-strip-Pflästerchen.  

Oft behandeln wir aber chronische ulzeröse Wunden bei älteren Menschen, die einen Krankenhausaufenthalt ablehnen oder in einem so ungünstigen Allgemeinzustand sind, dass die notwendigen chirurgischen Behandlungen wie Anfrischen der Wunde, Hauttransplantation und vor allem die Verbesserung der Durchblutungssituation auf arterieller wie venöser Seite, nicht mehr in Frage kommen.

  

Diese immer infizierten Wunden stellen eine gute Indikation für eine Honig-Wundbehandlung dar, vor allem wegen des guten zellernährenden und antibiotischen Effekts von Honig. Der starke hygroskopische Effekt der verschiedenen Zucker hilft zusammen mit Enzymen die Wunde zu reinigen, indem die zum Teil auch recht aggressiven Wundsekretionen absorbiert werden und das Bakterienwachstum direkt und indirekt gehemmt wird. Allerdings braucht es Geduld: wir müssen mit einer lange dauernden Behandlung rechnen und selbst wenn sie dann von Erfolg gekrönt wird, haben wir keine Garantie, dass wir nicht kurze Zeit später wieder von vorn beginnen müssen.

Als weiters Beispiel zeige ich die Behandlung eines grossen, tiefen Dekubitalgeschwürs in der Kniekehle bei einer 34-jährigen Frau, die an einer Multiplen Sklerose in fortgeschrittenem Stadium leidet und deshalb den ganzen Tag in ihrem Rollstuhl sitzt.  

Als erstes das chirurgische Débridement im Krankenhaus. Bevor die Patientin entlassen wird, installiert man eine Vakuumtherapie – eine sehr gute und sehr wirksame moderne Behandlungsmöglichkeit bei solchen Wunden – leider aber auch sehr teuer. Wir sehen die schnellen Fortschritte der Wundheilung innert 70 Tagen. Im Anschluss an diese pflege- und kostenintensive Therapie könnte dann eine billige Honigbehandlung mit minimalem Aufwand bis zur vollständigen Heilung folgen. Sehr gutes Endresultat im beschriebenen Fall.  

Zum Abschluss zeige ich die Behandlung einer frischen Brandwunde von zweitem und zumeist tiefem drittem Grad (mit Gewebeverlust) am Vorderarm. Diese Behandlung erfolgte von Beginn weg mit Honig und nur minimalchirurgischem Entfernen von nekrotischem (abgestorbenem) Gewebe. Auch hier ein optimales Resultat innert normaler Zeitspanne.

 

Bild oben: Heilpraktiker Joachim Polik

 

Die Honig - Entgiftungsmassage  

Joachim Polik, Heilpraktiker (Bayerbach, DE)

  

Im Vortrag wird, mit anschließender praktischer Vorführung an einer freiwilligen Person, die Honigmassage in Durchführungsweise und Wirkung erklärt.

Die Honigmasage ist ein altes russisches Heilmittel, welches äußerst Wirksam gegen vielerlei Krankheiten hilft, sich aber ebenso zur Revitalisierung und zum Schutz gegen viele Umwelteinflüsse eignet. Bei der Behandlung handelt es sich um eine Reiz- und Entgiftungstherapie.

Die Massage kann in der Regel bei jeder Person durchgeführt werden. Aber auch hier gibt es wie bei anderen Naturheilverfahren körperliche Situationen bei denen von einer Anwendung abzuraten ist. Die Behandlung wird im Rückenbereich durchgeführt. Es sind aber auch an anderen Körperstellen Massagebehandlungen Mit Honig, auch in Verbindung mit Hilfsmitteln, wie etwa Salz, möglich. Eine Rückenbehandlung wird mittels einer speziellen, aber einfach anzuwendenden, Technik in mehreren Interwallen durchgeführt und dauert zwischen 45 – 60 Minuten.  Die Wirkmechanismen sind sehr vielfältig:

 

So werden etwa Verspannungen und Blockaden gelöst, die Durchblutung wird gefördert, das Gewebe gereinigt und entgiftet und das Immunsystem wird aktiviert.

Bei der Behandlung kann im Prinzip jeder Honig verwendet werden. Aber bei mir in der Praxis hat sich gezeigt, das sich mit einem dünnflüssigen Honig besser arbeiten lässt.

Nötige Utensilien sind neben dem Honig eine Behandlungsliege, Handtücher, Waschlappen und warmes Wasser.